Städtereisen Athen

April 23, 2008

Im Rahmen unserer neuen Vorstellungsreihe möchten wir Ihnen verschiedene Städte näherbringen. Wir beginnen mit der griechischen Hauptstadt Athen.

Noch bis vor ein paar Jahren war die griechische Hauptstadt nur für Forscher und Hobby-Archäologen ein besonderes Ziel. Industrieabgase und Autoabgase legten oft ihre Dunstwolke, über die 4 Millionen Stadt. Lärm von Mopeds, Auto-Hupen und sehr chaotische Verkehrsverhältnisse verdarben den Besuchern die Urlaubsfreude.

Die Durchführung der Olympischen Sommerspiele 2004 hat Athen gut getan. Sie brachte die Athener in Zugzwang. Wenn sie sich nicht vor der grossen weiten Welt blamieren wollten, mussten sie zwangsläufig Athen verändern. Vor allem mussten sie die Autos in enge Schranken verweisen.

Es gibt über 100 Theaterbühnen, über 200 Kinosäle in Athen. Letztere erleben eine neue Blüte nach zwei Jahrzehnten vernichtender Konkurrenz durch TV. Viele dieser Lichtspielhäuser funktionieren nur immer im Sommer, d.h. von Mitte Mai bis Ende September, und entsprechen  einer echten griechischen Tradition.

Heute ist Athen den Fußgängern besonders freundlich gesinnt. So kann man heute zu Fuß vom Tempel des Olympischen Zeus entlang bis zum Flohmarkt gehen – und muss dabei nur ein einziges Mal an einer Ampel eine Straße überqueren. Durch das Altstadt-Viertel Pláka fährt kaum noch ein Auto. Die Haupteinkaufs-Straßen im Emborikó Trígono, dem Einkaufsviertel der einheimischen Bevölkerung, sind vorwiegend verkehrsfrei. Überall stehen Bänke, fördern die Ruhe und einfach das gesellige Gespräch mit anderen Leuten.

Zu den Sehenswürdigkeiten Athens zählt die Akropolis mit dem Parthenontempel, dem Erechtheion und den Propyläen, die in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurden.

Daneben gibt es die Kerameikos, eine antike Stadt mit dem Dipylon, dem größten Athener Stadttor, zu bewundern. Im berühmten Dionysostheater wurden die klassischen Tragödien der großen Dramatiker Aischylos, Sophokles und Euripides uraufgeführt.

Die allermeisten Sehenswürdigkeiten liegen so nahe beieinander, dass man als Athen Urlauber kaum ein öffentliches Verkehrsmittel benötigt. Zum Flughafen, nach Piräus und ans Meer kommt man komfortabel mit den drei Metrolinien Athens. Für kurze Entfernungen fährt man mit Bussen.

Vor Jahren antwortete ein französischer Besucher auf die Frage, was ihn in Athen am meisten beeindruckt habe: «Die Akropolis und die Freilichtkinos.» . Übrigens laufen die Filme in Griechenland immer in der Originalversion und sind mit echten Untertiteln versehen. Die Griechen waren erzürnt, als man ausländische Filme synchronisieren wollte. Das zeugt vielleicht von ihrem Sinn für die Einheit menschlicher Ausdrucksmittel: Wort, Mimik und Gestik müssen einfach zusammenpassen.

Viele Hotels wurden radikal umgebaut und modernisiert, neue Hotels öffneten ihre Pforten. Hoffnungslos verstaubte Museen wie das Byzantinische Museum waren lang geschlossen und haben sich jetzt in moderne Kulturtempel verwandelt. Alte Industrie- und Lagerhausviertel sind zu Treffpunkten geworden, sogar der alte Gasometer Athens hat sich verwandelt. Viele historische Villen aus dem 19. Jahrhundert im Altstadtviertel Pláka wurden grundlegend überholt.

Eine 2500 Jahre alte Stadt, deren viele historische Bauten nicht wie deplatzierte Relikte im Abseits stehen, sondern ins Alltagsleben eingebunden sind. In keiner anderen Großstadt der Welt ist die Antike noch so präsent wie hier, Rom ausgenommen. Doch in Rom künden Bauwerke von der Großmannssucht der Kaiser, in Athen sind sie eindrucksvolle Zeugnisse des ersten demokratischen Staats der Geschichte. Hier wurde zuerst gebaut und gedacht, was die Römer später nachahmten.

Zu den  antiken Funden zählen auch das Odeon des Herodes Atticus, die Hadrians Bibliothek sowie das Olympieion, der Tempel des Olympischen Zeus, dem gewaltigsten Tempel des griechischen Festlands.

Unvergesslich sind die Minuten, die man auf einer Parkbank im Nationalgarten, unter einem Olivenbaum auf dem Kerameikós oder auf dem Rasen unterhalb des Hephaistos-Tempels verträumt, während nur wenige Meter entfernt die Metrolinie Nr. 1 vorrüberrattert. Einzigartig ist das Schmuseplätzchen auf dem Areopag. Und vielleicht lässt sich nirgends besser als auf der Akrópolis über den Fortschritt der Menschheit nachdenken, wenn man sieht, wie viel grandiose Schönheit die Menschen der Antike ganz ohne moderne Maschinen schufen.

Ebenso reizvoll kann es aber auch sein, sich einfach auf die griechische Lebensart einzulassen und die Kontraste zu beobachten, die unsere Zeit mit sich bringt. Die jungen Leute mit Handy am schicken Kolonáki-Platz gehören ebenso dazu wie die traditionellen Losverkäufer. Der Maronenhändler am Straßenrand ist ebenso ein Teil Athens wie die vielen Zweigstellen der Fastfood-Ketten, die sich bei Alt und Jung wegen ihrer günstigen Preise größter Beliebtheit erfreuen.

Athen war stets eine offene, multikulturelle Gesellschaft, auch in der langen Zwischenzeit, in der es politisch und wirtschaftlich nicht mehr bedeutend war. In den Jahren der osmanischen Herrschaft umfasste seine Bevölkerung fast ebenso viele Albaner wie Griechen.

Athen ist aber auch eine Metropole mit großer Integrationsfähigkeit. Hunderttausende Immigranten suchen in der griechischen Hauptstadt ihr Glück. Urlauber erleben sie vor allem als Straßenverkäufer.

Im Stadtteil Metaxourgío kann man in arabischen Cafés Wasserpfeife rauchen. Hier kostet ein Männerhaarschnitt 60 Prozent weniger als bei Griechen, hier kann man in Restaurants authentisch indisch, chinesisch und arabisch essen. Die meisten Athener akzeptieren Fremde, denn viele haben als Auswanderer und Gastarbeiter selbst erfahren, was es bedeutet, fern ab der Heimat zu leben.

Wer das auch vom Tourismus geprägte Altstadtviertel Pláka und die Innenstadt verlässt und in die Zentren der 36 Vorstädte geht, wird zudem spüren, dass Athen trotz seiner Größe in vielem recht kleinstädtisch geblieben ist. Da sitzen Männer in Kaffeehäusern beim Kartenspiel zusammen wie in irgendeinem entlegenen Berg- oder Inseldorf und lassen das Komboloi durch ihre Finger gleiten.

Die Hafenstadt Piräus ist auch ein Teil Groß-Athens. Dort allein kann man schon einen ganzen Urlaubstag verbringen. Auch in Piräus gibt es interessante Museen – und zwischen den beiden Häfen Zéa Marína und Mikrolímano sowie an der Limanáki-Bucht auf der Südseite der Halbinsel, die Piräus trägt, sogar einen offiziellen Badestrand.

Auf den drei anderen Seiten stößt Athen an Berge und Gebirge, die Griechenland mindestens ebenso stark prägen wie die Ägäis und das Ionische Meer.

Athen richtig schätzen wird aber erst, wer es mit den Griechen hält und die Möglichkeiten nutzt, von hier aus ins Hochgebirge, an die Küsten und auf die nahen Inseln zu fahren. Die Stadt ist ein guter Standort für eine Vielzahl interessanter Ausflüge. Und dann gibt es ja auch die vielen Strände Attikas und sogar die stadtnahen, sehr gut organisierten Strandbäder zwischen Voúla und Vouliagméni, wo das Wasser seit Mitte der 90er Jahre wieder sauber genug für ein erfrischendes Bad an heißen Sommertagen ist.

Kontakt:
topreisen.biz
Email: info@topreisen.biz
Internet: www.topreisen.biz

Tags: , , , , , , , , , , , , , ,

Eine Antwort schreiben